Jaguar F-Type AWD: Alle Räder greifen zu!

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Cpt. Jag
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Jaguar F-Type AWD: Alle Räder greifen zu!

Beitrag von Cpt. Jag » Di 10 Feb, 2015 08:20

Mit dem F-Type hat Jaguar einen echten Porsche-Konkurrenten auf die Räder gestellt. Jetzt soll die AWD-Version auch die letzte Bastion der Zuffenhausener stürmen. Die der Allradsportwagen.

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Der erste Eindruck: Selbst wenn der Himmel voller Wolken hängt und der Regen durch die Luft peitscht - der neue Jaguar F-Type AWD ist ein Lichtblick.

Das sagt der Hersteller: Öfter mal was Neues - mit dieser Vorgabe hat der damalige Jaguar-Markenchef Adrian Hallmark vor einigen Jahren den F-Type auf den Weg gebracht. So, wie der Hauptkonkurrent Porsche 911 mit immer neuen Modellvarianten frisch gehalten wird, soll auch der Sportwagen aus England mit "mindestens einer neuen Version pro Jahr" um Aufmerksamkeit heischen.
Kevan Richardson ist Projektleiter des F-Type und setzt die Vorgabe des ehemaligen Chefs, der jetzt die strategische Entwicklung von Jaguar und Land Rover leitet, konsequent um. "Vor zwei Jahren debütierte das Cabrio in drei Motorvarianten. Dann kam das Coupé und jetzt sind wir, inklusive der Allradversion, schon bei insgesamt 14 Varianten", sagt Richardson. Er lässt keinen Zweifel daran, dass noch weitere folgen werden.

Von der Allradvariante versprechen sich die Verantwortlichen ein gutes Geschäft. "Wir rechnen mit einem Verkaufsanteil von bis zu 60 Prozent", sagt Peter Modelhart, der Chef von Jaguar in Deutschland. Der Vergleich mit Porsche stützt auch diese Prognose: Der 911er kommt weltweit auf einen Allradanteil von 61 Prozent, in Deutschland ist die Allrad-Quote sogar noch etwas höher.

Das ist uns aufgefallen: So marginal die Unterschiede beim Design, so groß sind sie beim Fahrverhalten. Während das Heck des normalen F-Type auf schwierigem Terrain bisweilen ein gefährliches Eigenleben führt und den Fahrer mit manchem Schlenker überrascht, fährt der Allradler nun sogar im knöcheltiefen Wasser beim Kickdown stur geradeaus. Und wenn die Gerade zu Ende geht, kann man mit dem Allradler vor der Kurve etwas später anbremsen, am Scheitelpunkt einen Tick schneller sein und am Kurvenausgang schon früher wieder Gas geben.

Kurz gesagt - der Allradantrieb macht den F-Type schneller und sicherer. Doch zugleich geht mit der Technik auch ein gewisser Nervenkitzel verloren. Die Ingenieure wissen darum und haben das Allradsystem deshalb so ausgelegt, dass es sich so lange wie möglich im Hintergrund hält. Auf trockener Straße und bei guter Traktion fährt auch der F-Type mit Allradantrieb deshalb nur mit Heckantrieb.

Erst wenn die Hinterräder Grip verlieren, schließt sich eine Lamellenkupplung und leitet bis zu 50 Prozent des Drehmoments auf die Vorderräder um. Dazu leistet die Elektronik in Kurven einen unterstützenden Bremseingriff am jeweils inneren Rad, die Stabilitätskontrolle agiert mit mehr Toleranz und auch die elektrische Servolenkung wurde neu abgestimmt.

Das muss man wissen: Der Allradantrieb kostet 6000 Euro Aufpreis und wird ab dem Frühjahr für Coupé und Cabrio angeboten. Lieferbar ist das 80 Kilo schwere Technikpaket für die 380-PS-Version des V6-Motors und für den V8-Kompressor mit 550 PS. An den Fahrdaten ändert sich kaum etwas, der Durchschnittsverbrauch steigt allerdings um 0,3 sowie 0,6 Liter je 100 Kilometer. Doch diese Werte haben eh nur auf dem Papier bestand.

Das werden wir nicht vergessen: Quietschende Reifen, glühende Bremsen und meterweit aufstiebende Gischt - es ist beeindruckend, wie gut sich der F-Type auf der regennassen Strecke hält. Doch die Sicherheit ist trügerisch. Denn die Physik lässt sich nun mal nicht überlisten.

Was wirklich unvergessen bleibt von der ersten Ausfahrt mit dem Allrad-Sportwagen sind deshalb nicht die vielen engen Kurven und Kehren, die das Auto mit wachsendem Tempo gemeistert hat. Sondern es ist genau der eine Turn, bei dem die Traktion dann doch abriss. Warum? Weil diese Situation dem Fahrer die Grenzen aufzeigt und beweist, dass der F-Type auch mit Allrad ein Eigenleben pflegt, auf das man sich einstellen muss.


Tom grünweg
Quelle: Spiegel online
10.02.2015
XJ 8 Sovereign 4L / 2001
Where ignorance is bliss, 'tis folly to be wise.